Erprobungsstufe
Was ist die "Erprobungsstufe"?
Die Klassen 5 und 6 bilden eine besondere pädagogische Einheit: die "Erprobungsstufe". Anknüpfend an die Arbeitsweisen in der Grundschule werden die Kinder in diesen zwei Jahren an die Unterrichtsmethoden und Lernangebote des Gymnasiums herangeführt. Dabei beobachten wir Lehrerinnen und Lehrer ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit dem Ziel, die Entscheidung über die Eignung für die Schulform "Gymnasium" in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten zu sichern.
Die Leitziele unserer pädagogischen Arbeit sehen wir in der individuellen Lernentwicklung unserer Schüler, der Entfaltung ihrer Persönlichkeit sowie im Aufbau von Lern- und Methodenkompetenz. "Fordern und fördern" am Ernst-Kalkuhl-Gymnasium heißt, unsere Schüler dazu anzuleiten, durch Verantwortung für das eigene Lernen ihre Potenziale auszuschöpfen.
Beim Übergang auf ein Gymnasium begegnen die Kinder viel Neuem: der Größe der Schule, der Vielzahl der Schülerinnen und Schüler, denen sie täglich begegnen, einer anderen Lernatmosphäre, dem erhöhten Lehrerwechsel aufgrund des Fachlehrerprinzips. Je nach Persönlichkeitsstruktur sieht ein Kind diesem Neuanfang mit Neugier, Gelassenheit, Spannung oder auch Angst entgegen.
Wie begegnen wir den neuen Schülern?
Tag der offenen Tür
Am "Tag der offenen Tür", der jeweils am letzten Samstag im Oktober stattfindet, öffnen wir für Eltern und Grundschulkinder der 4. Klassen alle Türen unseres Gymnasiums:
8.30 Uhr: Begrüßung der Besucher im Speisesaal unseres Internats
8.40 Uhr: "Schnupperunterricht" für die Viertklässler
ab 9.20 Uhr: Unterrichtsbesuche in allen Klassen möglich
9.00 Uhr – 12.00 Uhr:
Schulleitung, Internatsleitung und Lehrer/innen stehen in Einzelgesprächen zur Beratung und zur Beantwortung individueller Fragen zur Verfügung.
Kennenlernnachmittag
Drei bis vier Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres laden wir unsere "zukünftigen Fünftklässler" an einem Nachmittag ein, damit sie ihre neuen Mitschüler, den/die Klassenlehrer/in, ihren Klassenraum und das Schulgelände kennen lernen können.
Der 1. Schultag am Gymnasium
Der erste Schultag beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst und einer Begrüßung der "Neuen" im Rahmen einer Schulversammlung. Im Anschluss daran finden zwei Schulstunden mit dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin statt.
Kennenlerntage
Nachdem die Schüler und Schülerinnen ein wenig vertrauter mit den neuen Lehrern, Fächern und Örtlichkeiten sind, finden in der Regel am Ende der zweiten Schulwoche zwei "Kennenlerntage" statt. Die gemeinsame Gestaltung des Klassenzimmers sowie gemeinsame Aktivitäten bei Ausflügen in die nähere Umgebung sollen das Zusammenwachsen in der Klassengemeinschaft unterstützen.
Zusammensetzung der neuen Klassen
Bei der Zusammensetzung der Klassen werden die Zugehörigkeit zu Grundschulklassen, die Wohngebiete und Schulwege berücksichtigt sowie auf ein möglichst ausgewogenes Verhältnis von Jungen und Mädchen in der Klasse geachtet. Wenn möglich, berücksichtigen wir gerne Wünsche für die Zuordnung zu einer bestimmten Klasse.
Wie unterstützen wir eine positive Entwicklung unserer Schüler in der Erprobungsstufe?
Erprobungsstufenkonferenzen
Während der Erprobungsstufe finden in Klasse 5 und Klasse 6 jeweils 4 Erprobungsstufen-konferenzen statt, in denen alle Fachlehrerinnen und Fachlehrer der Klasse ausführlich und intensiv über jede einzelne Schülerin bzw. jeden einzelnen Schüler beraten. Unserem Leitgedanken "Fordern und fördern" entsprechend liegt der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit darin, den individuellen Lernstand und Lernbedarf des Einzelnen zu erkennen.
Seit Jahren nutzen wir die Gelegenheit, uns in der 3. Konferenz in Klasse 5 mit den ehemaligen KlassenleiterInnen der vorher besuchten Grundschule auszutauschen und über unsere Eindrücke und Erfahrungen zu berichten.
Elternsprechtag
Zusätzlich zu der Möglichkeit, die Fachlehrer während ihrer einmal pro Woche festgelegten Sprechstunde persönlich aufzusuchen, findet nach der 1. Erprobungsstufenkonferenz ein spezieller Sprechtag nur für die Eltern der Schüler und Schülerinnen der Klassen 5 statt, an dem der Klassenlehrer / die Klassenlehrerin die in der ersten Konferenz gesammelten Eindrücke der Kollegen weitergibt und Sie eine frühe Rückmeldung über das Lernverhalten Ihrer Kinder erhalten. Der kontinuierliche Dialog zwischen Eltern und Lehrern ist für uns von äußerster Wichtigkeit.
Lehrerteams
Die in der Erprobungsstufe unterrichtenden Lehrer werden unter sorgfältiger Beachtung der pädagogischen Erfordernisse ausgewählt, d.h. es werden nur Kollegen eingesetzt, die sich diese Aufgabe ausdrücklich gewünscht haben. Der Unterricht wird darüber hinaus auf möglichst wenig Lehrer verteilt, so dass sich die Kinder nicht auf zu viele neue Lehrerpersönlichkeiten einstellen müssen.
In der Tages- und Internatsschulklasse arbeitet ein Team aus Klassenleiter und Internatspädagoge eng zusammen.
Methodenschulung
Bereits in Klasse 5 beginnen wir mit dem an unserer Schule in allen Klassenstufen durchgeführten Training zur Methodenschulung. Neben dem Erwerb von Fachkenntnissen legen wir großen Wert auf den Erwerb von Lerntechniken und Methoden, die wir im Rahmen von Methodentagen zum Thema "Lernen lernen" vermitteln.
Welche Unterrichts- und Betreuungsangebote gibt es am Ernst-Kalkuhl-Gymnasium?
Klassische Halbtagsschule "von acht bis eins"
Die schulische Nachbetreuung (Hausaufgaben) wird von der Familie geleistet.
Klassische Halbtagsschule "von acht bis eins" mit anschließender Betreuung
Im Anschluss an den Unterricht wird das Mittagessen im Speisesaal des Internats eingenommen. Die Hausaufgabenbetreuung erfolgt durch die Helferinnen und Helfer des LOGO-Vereins.
Tages- und Internatsschulklasse
Eine Lerngruppe von 15 bis maximal 20 Schülern wird am Unterrichtsvormittag und teilweise am Nachmittag unterrichtet und anschließend von einem Pädagogen im Silentium bis in den frühen Abend betreut. Der Schultag endet um 17.45 Uhr oder - falls gewünscht - um 20.10 Uhr. Der monatliche Kostenbeitrag beinhaltet neben der intensiven Betreuung im kleinen Klassenverband auch die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken, Abendessen) sowie die Teilnahme an sportlichen Freizeitaktivitäten.
Koordinatorin der Erprobungsstufe
Regina Noll
Stand: August 2008


