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Oberkassel. Fröstelnd reiben sich Nora (16) und Lara (17), Schülerinnen der elften Jahrgangsstufe des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums, die kalten Hände. Unruhig wippen sie in ihren Laufanzügen mit den Beinen. „Die Temperaturen setzen uns schon etwas zu“, sagt Nora und springt auf und ab. Sobald man laufe, vergesse man die klirrende Kälte aber sicher schnell, hofft Lara.

Immer voller wird er Sportplatz neben dem Chemietrakt der Schule. Nur noch wenige Minuten, bis der Startschuss zum großen Turn-to-Sports-Sponsorenlauf fällt. Knapp 750 Schüler machen sich bereits warm. „Heute heißt es ganzen Körpereinsatz zu zeigen. Wir müssen alle unsere Liebe zum Kalkuhl auch bei diesem ungemütlichen Wetter demonstrieren“, motiviert Ernst-Martin Heel, Träger der traditionsreichen Privatschule, seine Zöglinge per Mikrofon.

Zwar soll ein Drittel des erwarteten Spendenaufkommens in das Kinderhospizwerk Bonn/Rhein-Sieg fließen, der größere Teil wird diesmal aber den Schülern selber zu Gute kommen. Zwei Drittel der Spenden sind für die Finanzierung der Geräteausstattung für die neue Turnhalle bestimmt.

„Wir werden ja für uns und für einen guten Zweck laufen, da geht man schon motiviert an die Sache“, erklärt Nora. Seit Wochen hätten sich die Schüler bereits auf den Sponsorenlauf mit einer Extraportion Ausdauertraining vorbereitet, ergänzt Lara. Ungewohnt sei das Training für die beiden Freundinnen nicht gewesen, berichtet sie. „Wir laufen eh regelmäßig zusammen“, erklärt sie.

Um den Spendentopf möglichst schnell anwachsen zu lassen, suchte sich jeder Teilnehmer Sponsoren, die für die gelaufene Strecke einen festen Betrag in den Spendentopf einzahlen. „Nachbarn und Eltern helfen bei solchen Aktionen gerne aus“, so Sportlehrer Hubert Bretz. Als Organisator ist er für den reibungslosen Verlauf der Veranstaltung zuständig.

Solidarische tatkräftige Unterstützung erhielten die sportlichen Schüler auch von Mitgliedern ihres Lehrerkollegiums. Die Lehrer Ravi Dessai und Wilfried Stephan bewiesen angesichts der ungemütlichen Temperaturen einigen Mut und Sinn für Humor. Während Dessai verkleidet als Nikolaus an den Start geht, steckt Stephan in einem schneeweißen Eisbärkostüm. Mit einem Schild, auf dem „Mir ist zu warm“ steht, macht er ganz nebenbei auf die Probleme des Klimawandels aufmerksam.

Sichtlich amüsiert blicken Lara und Nora noch den verkleideten Neuankömmlingen hinterher, da gibt Schulleiter Ulrich Drescher schon das Startsignal: „Wir gehen nun alle gemeinsam zum Rheinufer. Diejenigen, die wissen, dass sie fünf Kilometer laufen wollen, biegen in Richtung Süden nach Königswinter ab, die anderen laufen nach Beuel die zehn Kilometer-Strecke“, erklärt Drescher, während die ersten Schüler bereits in weiter Ferne sind.
von Frank Auffenberg
General-Anzeiger vom 16.12.2009
Bilder: HP
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