Konzerte am EKG
Tucholsky mit Musik
(General-Anzeiger Bonn vom 12.04.2011) OBERKASSEL. Kulinarisch begeisterte Literatur- und Musikliebhaber kamen im Ernst-Kalkuhl-Gymnasium ins Schwärmen. Während das Schul-Kochteam die Gäste mit Spinatlasagne und kleinen Leckereien verwöhnte, präsentierte der bundesweit gefeierte Musiker und Rezitator Oliver Steller von Jazz und Blues beeinflusste Eigenkompositionen.
„Natürlich könnte ich auch zeitgenössische Vertonungen spielen, ich schätze durchaus die von Hanns Eisler. Als Musiker ist es für mich aber natürlich spannender, Tucholskys Texte mit eigenen Kompositionen zum Klingen zu bringen", sagte Steller. In zwei musikalischen Blöcken überzeugte er sein Publikum und bereitete vielen einen unvergesslichen Abend. „Eingeladen wurden neben Freunden der Schule vor allem die vielen Unterstützer, die den Bau unserer neuen Turnhalle finanziell erst ermöglichten", erklärte Schulleiter Ulrich Drescher. Über den langjährigen privaten Kontakt zu ihm sei der Abend auf die Beine gestellt worden, so Steller. „Wir kennen uns schon sehr lange. Als er fragte, ob ich mir vorstellen kann, hier aufzutreten, war ich natürlich gleich dabei", versicherte er.
Eine Begegnung mit dem etablierten Rezitator Lutz Görner brachte Steller dazu, 1994 erstmals nicht nur mit eigener Musik, sondern auch mit Vertonungen fremder Texte aufzutreten. „Als Musiker war es für mich natürlich selbstverständlich, nicht nur zu lesen, sondern die Texte auch instrumental zu begleiten", so Steller. Ob selber nur mit Gitarre oder, wie vor wenigen Tagen in Isarlohn, begleitet von einem 40 köpfigen Orchester, beginnen von Steller gesprochene Texte neu zu leben und zeigen mitunter bisher fremde und manchmal überraschende Facetten. Eingerahmt von biografischen Notizen aus dem Leben des Autors, wurden Tucholskys Texte greifbar und offenbarten ihre so oft gepriesene, aber für manchen Leser nicht gleich fassbare Energie.
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