Kunststoffmesse in Düsseldorf
Der Chemie-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 13 besucht die Kunsstoffmesse in Düsseldorf
Am Sonntag, dem 28.10.2007 traf sich früh morgens der Chemie LK der Jahrgangsstufe 13 von Frau Fingerhuth – Spindler am Kongresscenter in Düsseldorf. An diesem Tag wurde speziell für Schüler ein ganzer Vormittag organisiert mit dem Hintergedanken: „ Schüler von heute – Macher von morgen“. Um 10.15 Uhr begann die Bühnenshow, die von dem Einslive Moderator Michael Dietz präsentiert wurde. Zu Beginn begrüßte uns der Stellvertreter von Herrn MP Rüttgers, der leider verhindert war. Anschließend kam ein Experte für Chemie auf die Bühne, Professor Koch, der uns mit spannenden Experimenten durch den Vormittag führen sollte. Als Einleitung hat er über Kunststoffe generell geredet, die aus Erdöl gewonnen werden. Von der kompletten Erdöl Produktion gehen 10 % in die chemische Industrie und von diesen 10 % werden ca. 60 % in Kunststoffe weiterverarbeitet. Einer der größten Produzenten sitzt in Köln Wesseling. Dort wird Methylmetacrylat hergestellt, was zur Produktion von Arcylglas, Lacken und Klebern benötigt wird. Aus diesem Stoff bestehen dicke Aquarienwände, damit der Besucher vor den großen Wassermassen und den Haifischen geschützt ist.
Ein anderes Beispiel sind Scheinwerfer für Autos, die aus einem Polymerisat als Rohmaterial entstehen. Dieser pulverähnliche Stoff wird erhitzt und in eine Form gespritzt. Das hört sich sehr einfach an, jedoch sind viele aufwendige Schritte erforderlich, die den Scheinwerfer leider auch so teuer machen, wenn die Parklücke dann doch zu klein war.
Im Anschluss hat Prof. Koch live auf der Bühne ein Pflegeprodukt hergestellt. Er benutzt lediglich Wasser, Verdicker, einen Konservierungsstoff, Bindemittel, Farbe und Duft. Innerhalb von wenigen Minuten hat er Haargel angemischt, welches umgehend vom Moderator ausgetestet wurde.
Danach haben wir einen Film über die Verpackungsanlage der Firma Bekum gesehen, die in einem meterhohen Turms Frischhaltefolie herstellt.
Anschließend präsentierte der Moderator Funktionskleidung, die besser als Baumwolle gegen Wind und Wetter schützen soll. Der Prof. hat nur zwei Flüssigkeiten zusammengemischt. Schon haben sich 2 Phasen gebildet und er konnte mit einer Pinzette einen nicht enden wollenden Polyamid Faden aus dem Becherglas ziehen.
Später haben wir einen weiteren Film über Styropor als Dämmmaterial vorgeführt bekommen. Passend dazu hat der Chemie Experte aus wenigen kleinen Kügelchen einen Ball aus Styropor in einem warmen Wasserbad hergestellt.
Ein sehr interessantes Thema war die Entwicklung aktueller Datenträger:
Von der CD zur DVD im Jahr 1995 mit 4,7 GB Speicher hin zur BlueRay Disc mit bis zu 27 GB Speicherkapazität. Momentan gibt es jedoch schon Forscher die auf einen vergleichbaren Datenträger bis zu 1,6 Terrabyte speichern können. Ohne Kunststoffe wäre dieser Fortschritt undenkbar.
Auf der Bühne wurde dann eine PWK Frontschürze vom Moderator präsentiert. Sie war sehr leicht und elastisch, es handelte sich um eine Metall – Kunststoffverschmelzung. Das führt zu einer Reduzierung des Gewichtes und somit zu weniger Verbrauch und weniger CO2.
Am Ende der Präsentation hat der Professor zwei schwarze Kugeln gezeigt, die wirklich identisch aussahen. Jedoch wenn man beide fallen ließ, sprang die eine Kugel wie ein Tennisball wieder hoch und die andere blieb auf dem Boden liegen. Der Grund sind zwei verschiedene Kunststoffe, ein Elastomer und ein Thermoplast. Ein Elastomer lässt sich bei Zimmertemperatur verformen, aber kehrt danach wieder in seine Form zurück. Ein Thermoplast lässt sich jedoch nur in einem anderen Temperaturbereich verformen.
Im Anschluss an die Bühnenshow gab es eine Pause und einen kleinen Snack. Danach wurden wir 200 Schüler in 16 Gruppen aufgeteilt und über die Messe geführt. Bei größeren Ständen wie Bayer, Demag und Bekum haben wir von einem Mitarbeiter einen Einblick in die Produktpalette und die Herstellung präsentiert bekommen. Jeder Schüler ging am Ende voll bepackt mit Bechern, Blumentöpfen oder ähnlichem wieder in den Kongresssaal, wo ein Karriereforum stattfand, bei dem uns junge Ingenieure, Auszubildende und Stundenten unsere Fragen zu der gesamten Kunststoffindustrie beantworteten.
Nach diesem Forum konnten wir auf eigene Faust die Welt des Kunststoffes erkunden und noch ein paar Andenken ergattern. Ein toller Abschluss war der Besuch des „Freefall – Towers“ der Firma BASF. So ging ein gelungener und interessanter Tag zu Ende.
Florian Bauer Jgst.13




