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Am Anfang war das Wort.


Ach nein, das war das falsche Kapitel.

Am Anfang stand nur die vage Idee eines Physiklehrers einer Klasse 7, dem während des Unterrichts einfiel, man könne das anstehende Thema bei Projekttagen einbringen.

So wurde das Thema des Optik-Unterrichts zum Projekt:

„Schattentheater“ .

Zur Vorbesprechung traf sich dann eine überschaubare Anzahl von Schülern – nämlich genau sieben.

Der zukünftige Projektleiter legte dar, was er sich unter „Schattentheater“ vorstellte. Und nach intensiven Überlegungen der Gruppe kam man überein, ein Drama aufzuführen. Nur welcher Dramatiker eignet sich? Die Rettung aus diesem Dilemma kam, als ein Gruppenmitglied sich an ein Buch erinnerte:

„Loriot’s Dramatische Werke“  .

Und so stand am Anfang unseres Projektes nun das Buch.

Nach genauester Studie des Buches stellte sich heraus, dass nur ein Drama in Frage kam:

„Die Herren im Bad“ .

Das Problem der Themenfindung war nun geklärt, und so konnten alle getrost die Sommerferien genießen.

Zum ersten Treffen am Beginn der Projekttage im neuen Schuljahr erschienen nur noch sechs Teilnehmer – auch eine Vermisstenanzeige ergab keine Aufschlüsse über den Verbleib der siebten Person.

Nun ja, es waren ohnehin nur sechs Rollen zu vergeben.

So konnte also begonnen werden.

Als allerdings der Projektleiter verkündete, die Eckverbindungen für den Rahmen, auf den die Projektionswand aufgespannt werden sollte, seien als „45°-Gehrung, doppelt überblattet und verdübelt“ herzustellen, machte sich merklich allgemeine Ratlosigkeit breit.

Dieser Umstand bewog den Leiter, seine Vorstellung (bezüglich der Eckverbindungen) zu ändern: die Verbindungen werden als „45°-Gehrung stumpf gestoßen“ hergestellt.

Nach dieser Erklärung war allen Projektteilnehmern alles klar und die Arbeit konnte beginnen.

Dann ging eigentlich alles sehr schnell.

Die Projektteilnehmer lernten, wie man aus „klein“  „Groß“  machen kann (wenn man nicht selbst ein hervorragender Zeichner ist), wie man ein Bastelmesser verwendet, ohne sich die Finger abzuschneiden, wie man eine Gehrungssäge behandelt, wie man Leisten vernagelt, ohne sie zu spalten und noch einiges mehr, das hilft, das Leben erfolgreich zu meistern.

Als die Figuren und die Theaterbühne fertiggestellt waren – nach übrigens kürzester Zeit – ging es daran, Feinheiten zu bearbeiten und natürlich die Aufführung des Dramas zu proben.

Das geschah unermüdlich (auch wenn die Beine der Spieler gelegentlich einschliefen), konzentriert und selbstkritisch, woraus ich als Leiter ablese, dass die Aktion den Teilnehmern Spaß gemacht hat.

Dies kann ich auch uneingeschränkt für mich sagen.

Vor Beginn dieses Projektes habe ich mir natürlich Gedanken darüber gemacht, was möglich ist und was meine Zielvorstellungen sind.

Wie weit sich die Ergebnisse von meinen Zielvorstellungen unterscheiden, das konnten die geneigten Zuschauer am 23. September 1995 im Physikraum des EKG selbst beurteilen – wenn sie denn kommen wollten.

Und sie kamen!

Die beiden angesetzten Vorstellungen waren mehr als ausverkauft, so dass sich die Akteure entschlossen, eine weitere Vorstellung zu geben, die dann auch noch vor vollem Hause stattfand.

Eine Besucherin war so begeistert, dass sie die Truppe für eine Privatvorstellung engagieren wollte; leider kam diese Aufführung dann doch nicht zustande.

 

Ulrich Kleefuß (10A), Andreas Martin (10A), Markus Jüngst (10A), Judith Lais (6C), Astrid Höhner (6C), Svenja Mehren (8A)

Das war die Truppe:

 

Das war das Ziel:

Und so sah das Ergebnis aus:

 

 

 

 

 

 

 

Für das "Schattentheater"

Gerhard Theil

 

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